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Darwings Nigtmare:
November 2005
Was als kleines wissenschafliches Experiment in den 60er Jahren am Viktoriasee begann, weitete sich über die letzten vier Jahrzehnte zu einer ökologischen Katastrophe aus. Durch den ausgesetzten Nilbarsch wurde fast der gesamte Bestand der 400 anderen Fischarten ausgerottet. Der in der westlichen Welt begehrte Fisch ist für viele inzwischen ein lukratives Geschäft: internationale Waffenhändler, afrikanische Minister, russische Piloten, tansanische Prostituierte - alle kassieren ab, nur die Einheimischen gehen leer aus...
Der Film «Darwin's Nightmare» ist Dokument, Reportage und Alptraum zugleich, sehr nahe an den Beteiligten - Tätern wie Opfern. Das fesselnde Filmstück erhielt unter anderem Auszeichnungen am Filmfestival Fribourg, in Venedig, in Wien und wurde als Bester Europäischer Dokumentarfilm gekürt.

 
   
   
 
Va, vis et deviens (Alternativtitel: Geh und Lebe!, Live and Become)
Frankreich, Israel 2005
Regie: Radu Mihaileanu
Darsteller: Yaël Abecassis, Roschdy Zem, Moshe Agazai, Moshe Abebe
Zahlreiche Preise, unter anderem: Der Friedensfilmpreis der Ökumenischen Jury Berlin 2005

Inhalt: Äthiopien Mitte der 80er Jahre. Eine große Hungersnot plagt das Land. Ein kleiner äthiopischer Junge wird von seiner Mutter überredet, sich als Jude auszugeben, um so im Zuge der ’’Operation Moses’’ dem Hungertod zu entkommen. In Wahrheit gehörte kein einziger seiner Vorfahren jemals zum jüdischen Volk. Der Junge aber gelangt ins Heilige Land.
Dort gilt er als Waise und wird von einer jüdischen Familie adoptiert. Er wächst in Tel Aviv auf, stets in Sorge, dass die Wahrheit ans Licht kommen und er als Lügner überführt werden könnte.

 
  Israel definiert sich selbst als Einwanderungsland, das Juden jeder Herkunft offen steht. In seiner Geschichte gab es immer wieder grosse Einwanderungswellen, die die gesellschaftliche Integrationskraft der ganzen Nation auf die Probe stellten.So auch die Einwanderung der äthiopischen Juden - der Überlieferung nach Nachkommen der Königin von Saba -, die Mitte der achtziger Jahre im Rahmen der sogenannten «Operation Moses» stattfand. Tausende von Fallashas wurden über Nacht buchstäblich aus der Steinzeit in die Gegenwart katapultiert und mussten schmerzhaft erfahren, dass das verheissene Paradies seine ganz irdischen Fehler hat. Als schwarze Juden wurden sie auch im offiziell so liberalen Israel angefeindet, und schon bald zweifelte auch das Oberrabbinat ihren Status als Juden an.

«Va, vis et deviens» spielt vor dem Hintergrund der «Operation Moses», doch gibt das Drehbuch der ohnehin schon komplizierten Ausgangslage noch einen zusätzlichen Dreh: David, die neunjährige Hautpfigur des Films, ist nämlich Christ und wird von seiner Mutter an Bord der rettenden Maschine geschmuggelt; er soll es besser haben als seine Familie in Äthopien. So wird David, der in Israel von einer liberalen Familie aufgenommen wird, zum wandelnden Identitätskonflikt. Adoptiert in einem fremden Land, muss er so tun, als sei er Jude, und den alltäglichen Rassismus über sich ergehen lassen.

Es ist bewundernswert, wie souverän der Film von Radu Mihaileanu mit dieser mehr als heiklen Anlage umgeht. Was in den Händen eines weniger versierten Regisseurs schnell zu einem platten Thesenstück verkommen könnte, entwickelt sich zu einer intelligenten Mischung aus Zeitgeschichte und Bildungsroman. Wir folgen David über verschiedene Stationen seiner Jugend hinweg, und wo er auch hinkommt, stets wird seine Identität von neuem im Frage gestellt: Sei es, dass der religiöse Vater seiner Freundin ihn nicht akzeptiert, oder sei es, dass sein zionistischer Adoptivvater von ihm verlangt, Militärdienst zu leisten - immer wieder muss sich David fragen, wer er ist und wo seine Wurzeln sind. Und über all dem schwebt immer das Wissen, mit einer Lüge zu leben, und der Schmerz, von der eigenen Mutter weggeschickt worden zu sein. (aus: www.cineman.ch )

 

Kinostart: 23.12.2005

 

Französiche Homepage: Va, vis et deviens

 
 

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