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Straßenkinder
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Man schätzt, dass es weltweit zwischen 100 bis 200 Millionen
Straßenkinder gibt. Jeder Tag ist für sie ein psychischer
und physischer Überlebenskampf ohne Rechte, ohne Schutz
oder soziales Netz.Ihnen ist eine menschenwürdige Kindheit
versagt! Ihr Leben ist geprägt von Betteln, Stehlen,
Gewalt, Drogen, Krankheit, Deportation und Hunger. Mädchen
werden häufig sexuell missbraucht, landen im Netz der
Prostitution.
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Es gibt verschiedene Gründe, warum Kinder zu Straßenkindern
werden: oft stammen sie aus Familien mit vielen Kindern, einem Stiefelternteil,
oder sie lebten überhaupt bei Verwandten. Sie leiden unter
der erdrückenden Armut in ihren Familien, die Behausungen sind
oft ohne Möbel, Strom, Toiletten, zum Kochen gibt es nur eine
Feuerstelle. Gerade in diesen Elendssiedlungen kommt es auch innerfamiliär
zu Gewalttätigkeiten, oft ist das zuhause lieblos, die
Eltern, oft selber jung und aus tristen Verhältnissen,
sind überfordert durch den täglichen Kampf ums Überleben.
Oft flüchten sie sich in Alkohol und Drogen. Gewalt ist
vorprogrammiert.
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Die Kinder verdienen auf der Straße oft mehr als ihre Väter
mit Gelegenheitsjobs. Sie verkaufen Taschentücher, Kaugummis,
putzen Schuhe, bewachen Autos. Manche sind kleine Diebe oder einfach
nur Bettler.
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Durch diese Erfahrungen verlieren sie das Vertrauen in ihre
Eltern, die nicht einmal in der Lage sind die einfachsten
Grundbedürfnisse zu befriedigen. Die Kinder verlernen
stabile, zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen. Sie sehen
oft die Straße als einzige Möglichkeit diesem trostlosen
Leben zu entfliehen. Auf der Straße treffen sie "Gleichgesinnte",
sie finden hier oft das erstemal in ihrem Leben eine Art "Geborgenheit"
und Zugehörigkeitsgefühl.
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Das Leben auf der Straße ist voller Gefahren: sexueller
Missbrauch, Raubüberfälle, Verkehrsunfälle,
Gewalt untereinander. Sie sind ständig auf der Flucht
vor den Behörden, die sie oft wie Tiere einfangen, und
sie ausserhalb der Städte wieder laufenlassen. Oft werden
sie bei diesen Deportationen verletzt. In Brasilien wurden
innerhalb von nur 2 Jahen 10.000 Straßenkinder und Jugendliche
von ihnen ermordet.Durch Drogen, wie Alkohol, Klebstoff, Benzin
oder andere Lösungsmittel schnüffeln, kommt es häufig
zu irreperablen gesundheitlichen Schäden.
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Viele der Straßenkinder leiden an chronischen Erkrankungen:
Kopfschmerzen und Nasenbluten durch die ständige Sonnenbestrahlung
und die Autoabgase.Magen- und Darmprobleme, Hautkrankheiten,
chronische Erkältungen und Lungenentzündung lassen
sich auf die schlechten Hygienischen Bedingungen, das Fehlen
von sauberem Wasser, fehlende Bekleidung und das ständige
Schlafen im Freihen zurückführen. Für sie gibt
es keine medizinische Hilfe.
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